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Impressionen von Networking-Events der Region Berlin-Brandenburg

KI und Feldforschung: Zwei Wege zum besseren Verständnis

Was verraten Passantenströme, emotionale Reaktionen – oder die Reifenabnutzung eines Motorrads über Menschen? Der Regionalabend in Berlin zeigte, wie unterschiedlich Wege zum besseren Verständnis von Verhalten sein können. Dr. Michael Bartl, Gründer von Tawny, demonstrierte, wie KI menschliches Verhalten und Emotionen in Echtzeit erfassen und analysieren kann – bis hin zu Küchenmaschinen, die Emotionen erkennen und zur aktuellen Stimmung passende Rezepte vorschlagen.

Einen anderen Zugang stellten Johannes Roth, Gründer von Curth+Roth, und Josua Cristiano, Curth+Roth, vor. Ihre Einblicke in die Biker-Community machten deutlich, wie wichtig Nähe, Kontext und echte Feldforschung bleiben: etwa wenn Motorräder zu Identitätsmaschinen werden, Reifenabnutzung als Zeichen von Zugehörigkeit gelesen wird oder sich offline gelebte Rollen und Online-Selbstinszenierung gegenseitig beeinflussen.

Die Zukunft der Marktforschung liegt also nicht im Entweder-oder, sondern im Zusammenspiel von technologischer Skalierung und tiefem menschlichen Verständnis.

22. April 2026

Zukunftsimpulse für die Marktforschung

Mehr als 30 engagierte Marktforscherinnen und Marktforscher trafen sich im Quadriga Campus Berlin zum Vision Camp Future Research. Im Fokus stand das gemeinsame Bearbeiten konkreter Zukunftsaufgaben. Dies geschah in konzentrierter Zusammenarbeit.

KI als strategische Herausforderung
Nach einem inspirierenden Einstieg durch Thomas Perry, der Künstliche Intelligenz als potenzielle Disruption der Marktforschung einordnete, präsentierte Dirk Wieseke (KERNWERT) praxisnahe Einblicke in die Erwartungen qualitativ Forschender an KI und die Bedeutung von Qualität, Vertrauen und Authentizität.

Zukunftsideen im World-Café
Im anschließenden World-Café setzten die Teilnehmenden die Ziele des Vision Camps um: Sie ordneten aktuelle Entwicklungen ein und entwickelten gemeinsam neue Perspektiven für die Marktforschung von morgen. In Kleingruppen entstanden dabei zukunftsweisende Ideen, klare Handlungsimpulse und formulierte Wünsche für die weitere Entwicklung. Moderiert wurden die vielfältigen Impulse von Dr. Barbara Lang, Dr. Julia Nitschke, Maryam Ille, Elisa Kock und Dr. Gerhard Keim.

Fazit des Abends: Der persönliche Austausch und die gebündelte Expertise zeigen – die Marktforschung von morgen lebt vom Mitgestalten heute.

22. September 2025

KI-Tools mit Mehrwert für die Marktforschung

Wie lassen sich Künstliche Intelligenz und Data Automation schon heute gewinnbringend in der Marktforschung einsetzen? Dieser Frage widmete sich der BVM-Regionalabend mit praxisnahen Einblicken in innovative Anwendungen aus Unternehmens- und Institutsforschung.

Thomas Gruber und Bennet Niederhöfer (beide dm Market Insights & Science) zeigten, wie dm mithilfe neuronaler Netzwerke und des Word2Vec-Algorithmus Millionen von Kassenbons analysiert, um Produktsortimente zu optimieren und neue Erkenntnisse über das Kaufverhalten zu gewinnen.

Dr. Julia Nitschke (eye square) stellte mit der eye square Sandbox eine Plattform vor, mit der Design- und Produktideen innerhalb kürzester Zeit entwickelt, getestet und mit echten Nutzenden validiert werden können – von UX-Optimierungen bis zu Produktdarstellungen im E-Commerce.

Die Veranstaltung machte deutlich: KI-gestützte Tools erweitern die Möglichkeiten der Marktforschung erheblich. Entscheidend bleibt jedoch, technologische Innovation mit fundierter Forschungskompetenz zu verbinden. Beim anschließenden Networking wurden Chancen, Herausforderungen und praktische Erfahrungen intensiv diskutiert.

2. Dezember 2025

Black Box KI: Was ist (noch nicht) möglich?

Welche Potenziale bietet Künstliche Intelligenz heute bereits für die Markt- und Sozialforschung – und wo liegen ihre Grenzen? Dieser Frage widmete sich diese Regionaleranstaltung. Mit 153 Teilnehmenden war das Interesse beachtlich – und das lag nicht zuletzt am hochkarätig besetzten Podium sowie der Möglichkeit, sich auch im virtuellen Raum zu vernetzen. In drei abwechslungsreichen Impulsen wurden aktuelle Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis geteilt:

Prof. Dr. Dr. Marko Sarstedt (LMU München) zeigte auf Basis einer Delphi-Studie, dass Sprachmodelle wie ChatGPT zukünftig sowohl als kollaborative Partner als auch als autonome Systeme denkbar sind.
Dr. Carolin Kaiser (NIM) diskutierte anhand von Vergleichsstudien zwischen realen und synthetischen Respondenten die Relevanz menschlicher Nuancen für valide Forschungsergebnisse.
Dr. Steffen Schmidt (concept m ai) betonte, dass KI-gestützte Forschung nur durch den Einsatz klassischer Validierungsverfahren wie dem Turing Test oder dem Abgleich mit echten Verhaltensdaten sinnvoll bleibt.

Prognose

Sprachmodelle fungieren als Wissensträger, Marktforscher als Manager: Einsatz von KI bei Durchführung und Analyse realistisch, überwiegend noch Skepsis bei synthetischen Probanden und Personas. Realistische Befragung durch KI? Erste Tests zeigen: Trends sind erkennbar, aber Verzerrungen und geringe Antwortvarianz. Synthetische Befragte ranken Gesundheitsaspekte höher als echte Befragte. "Augmented Intelligence" statt reiner Automatisierung: KI als Chance für lebendiges Erleben von Studienwissen und Erhöhung ihrer Reichweite. Anforderung: Bots müssen sehen, denken, fühlen, agieren und entscheiden wie Menschen.

Zentrales Fazit: KI verändert die Markt- und Sozialforschung rasant – doch um die Black Box wirklich zu verstehen, braucht es kritischen Austausch, valide Benchmarks und Mut zur Weiterentwicklung.

1. April 2025

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