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Umfragen verstehen und beurteilen – Kompaktseminar für Hauptstadtjournalisten stieß auf großes Interesse 06.03.2019 / Verbandsnews

Ein Highlight zum Jahresauftakt war das erstmals vom BVM initiierte Kompaktseminar für Hauptstadtjournalisten. 27 Medienvertreter aus Print, TV und Radio besuchten am 31. Januar die Veranstaltung in den Räumen des DJV in Berlin, durch die Prof. Dr. Rainer Schnell, Inhaber des Lehrstuhls für Methoden empirischer Sozialforschung an der Universität Duisburg-Essen, führte.

Ein Highlight zum Jahresauftakt war das erstmals vom BVM initiierte Kompaktseminar für Hauptstadtjournalisten. 27 Medienvertreter aus Print, TV und Radio besuchten am 31. Januar die Veranstaltung in den Räumen des DJV in Berlin, durch die Prof. Dr. Rainer Schnell, Inhaber des Lehrstuhls für Methoden empirischer Sozialforschung an der Universität Duisburg-Essen, führte.

Medien werden zunehmend mit Ergebnissen aus Umfragen zu aktuellen, politischen oder gesellschaftlichen Themen überschwemmt. Die Unterscheidung zwischen wissenschaftlich haltbaren Befragungen und methodisch nicht zu rechtfertigenden Zahlen ist dabei nicht immer leicht. In einem profunden und kurzweiligen Vortrag zeigte Prof. Schnell auf, anhand welcher Kriterien Umfragen bewertet werden sollten und welche Schlussfolgerungen aus einer Befragung gezogen werden können.

Er stellte eine Checkliste mit „20 Fragen zu Umfragen*“ vor, mit deren Hilfe sich Umfragen und ihre Ergebnisse prüfen lassen. Zentrale Indikatoren für die Verlässlichkeit einer Befragung seien z. B. Angaben zu Auftraggeber, Grundgesamtheit, Auswahlverfahren, Anzahl der Befragten, Art der Fragen und Zeitpunkt der Befragung. Durch ein nicht sachgerechtes Umfragedesign könnten dagegen ehebliche Verzerrungen verursacht werden.

Die anwesenden Journalisten folgten Schnells Vortrag mit großem Interesse und nutzen die abschließende Diskussionsrunde des dreistündigen Kompaktseminars, um ihre konkreten Fragen und Bedürfnisse in die Veranstaltung einzubringen. Es folgte ein reger Austausch u. a. über die Themen Online-Befragungen und deutschsprachige Befragungen, die gleichermaßen relevante Teile der Wohnbevölkerung – die Nicht-Nutzer des Internets bzw. die nicht-deutschsprachige Bevölkerung – ausschließen. Die Themen Nicht-Teilnahme an Umfragen sowie Incentives für Befragungsteilnehmer wurde ebenso diskutiert, wobei deutlich wurde, dass zielgruppengerechte Incentives, insbesondere Geld, die Teilnahmebereitschaft erheblich erhöhen können.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass den Journalisten sehr daran gelegen war, zu erfahren, wie man seriöse und unglaubwürdige Umfragen voneinander unterscheiden kann bzw. wie man korrekt über Befragungen berichtet. Mit diesem ersten Angebot für Hauptstadtjournalisten konnte der BVM einen Beitrag dazu leisten. Weitere Seminare folgen.

Die Checkliste „20 Fragen zu Umfragen“ steht BVM-Mitgliedern im Mitgliederbereich (Handouts & Skripte) zur Verfügung.

 

*Gawiser, S.R./Witt,G.E.: 20 Questions a Journalist Should Ask about Poll Results. American Association for Public Opinion Research (AAPOR), 3rd. ed.

 

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