TAIA Innovator – Innovation, die beim Menschen beginnt
Von Manuela Wille und Laurence Duyster
Von Manuela Wille und Laurence DuysterVom Bedürfnis zur Produktidee – mit KI und Co-Creation.TAIA Innovator verbindet KI-moderierte Interviews mit einem strukturierten Co-Creation-Prozess und macht Konsumenten und Konsumentinnen frühzeitig zu Mitgestaltenden von Innovationen. So entstehen aus vielfältigen Ideen fundierte Innovationsrouten und neue Perspektiven für die Produktentwicklung.
Unternehmen investieren erhebliche Ressourcen in Innovation. Dennoch bleibt eine entscheidende Phase im Innovationsprozess häufig unterbelichtet: der Übergang von den Bedürfnissen der Konsument:innen zu konkreten Produktideen. Genau hier setzt TAIA Innovator an. Der Ansatz verbindet beide Schritte, indem er Bedürfnisse erkennt und diese gemeinsam mit Konsument:innen in erste Produktideen übersetzt. So entsteht eine neue Form der Co-Creation, die sich schnell, flexibel und kosteneffizient einsetzen lässt.
Qualitative Interviews liefern ein tiefes Verständnis von Bedürfnissen, Motiven und Nutzungskontexten. Innovationsworkshops schaffen kreative Lösungen. Dennoch fehlt häufig ein strukturierter Schritt, der Konsument:innen systematisch, skalierbar und frühzeitig in die Entwicklung neuer Ideen einbindet. Während KI in unserer Branche aktuell vor allem zur Effizienzsteigerung bestehender Prozesse eingesetzt wird, stellt sich eine viel spannendere Frage: Kann sie auch völlig neue marktforscherische Methoden ermöglichen?
Genau hier setzt TAIA Innovator an. Ausgangspunkt sind KI-moderierte Interviews, die auf bewährten qualitativen Fragetechniken und Design-Thinking-Methoden basieren. Anschließend durchlaufen die Teilnehmenden einen strukturierten Co-Creation-Prozess, in dem sie ihre Ideen weiterentwickeln und mithilfe generativer Bild-KI visualisieren.

Der Mehrwert liegt dabei weniger in der Technologie als darin, Bedürfnisse, Wünsche und Ideen von Konsument:innen in einem bislang kaum möglichen Umfang sichtbar zu machen. KI ermöglicht es, die Perspektiven vieler Menschen frühzeitig in den Innovationsprozess einzubeziehen und so eine breite Vielfalt an Erfahrungen, Nutzungssituationen und Lösungsansätzen zu erfassen. Die Vielzahl an Einzelideen wird anschließend mithilfe tiefgehender, qualitativer Analyse zu übergeordneten Meta-Konzepten verdichtet. So entstehen fundierte Innovationsrouten und eine belastbare Grundlage für strategische Entscheidungen.
Wie wirkungsvoll dieser Ansatz sein kann, zeigte ein Pilotprojekt mit Eckes-Granini. Die Vielfalt der von Konsument:innen entwickelten Ideen überraschte und lieferte dem Innovationsteam neue Perspektiven und Denkansätze. Durch die anschließende Verdichtung zu Meta-Konzepten wurden daraus klar erkennbare Innovationsrouten, die als belastbare Grundlage für die weitere Entwicklung dienten.
Unser Fazit: Das größte Potenzial von KI in der Marktforschung liegt nicht in der Beschleunigung bestehender Prozesse, sondern in der Entwicklung neuer Forschungsansätze. Wenn es gelingt, qualitative Tiefe mit der Kreativität und Perspektivenvielfalt vieler Konsument:innen zu verbinden, entstehen bessere Entscheidungsgrundlagen und Innovationen, die konsequent vom Menschen aus gedacht sind.


