Zukunft durch Exzellenz: Forschung neu denken – Charakter zählt

Während bewährte Methoden und KI die solide Basis bilden, fordert die Zukunft mehr als reines Handwerk: Es geht um Exzellenz und Charakter. Nur wer Einzigartigkeit lebt und Risiken eingeht, schafft echten Mehrwert durch Fortschritt, meint Harald Hasselmann in seinem Zwischenruf.
Die Markt- und Sozialforschung steht auf sehr soliden Säulen der Forschungs- und Analyse-Kompetenz sowie Kundenberatung: verlässliches Stichprobenmodell, professionelle Fragebogengestaltung, akkurate Feldarbeit, sachkundige Berichtslegung – zunehmend begleitet vom (gewissenhaften) Einsatz künstlicher Intelligenz und digitalisierter Formate.
Damit ist die Basis gelegt, um die Zukunftsfähigkeit der Markt- und Sozialforschung sicherzustellen – zudem sollten wir den Pfad der Zukunft mit einer Note des Besonderen einschlagen.
Im intensiven Austausch miteinander wird die Frage nach „dem Besonderen“ in der Markt- und Sozialforschung sowohl von Kunden- als auch von Institutsseite regelmäßig aufgebracht. In den Diskussionen werden dabei meist ähnliche Aspekte diskutiert bzw. hinterfragt: Spielen dabei nicht Einzigartigkeit und hohe Qualität eine wesentliche Rolle? Stolz und Charakterstärke müssen doch dazugehören? Und schließlich braucht es ja auch Begeisterung und Erfolg, oder?
Das ist alles genau richtig! Daraus lässt sich eine weitere Dimension für die Zukunftsfähigkeit unserer Branche entwickeln: „Das Besondere der Forschung spiegelt sich (auch) in einer gewissen Eleganz und Exzellenz wider“. Dabei müssen wir uns (mindestens) zwei Herausforderungen stellen:
Stellung beziehen
Es gilt, den Balanceakt zwischen Individuum versus Allgemeinheit zu meistern. Natürlich braucht es verlässliche wettbewerbsfähige Methoden, damit Kunden - unabhängig davon, ob in der politischen Meinungsforschung oder der Markenforschung – schnell auf Veränderungen reagieren können. Andererseits dürfen wir das Spezifische bzw. das Einzelne in der Ergebnis-Interpretation nicht aus den Augen verlieren.
Und das gilt auch für uns als Branche: Wir brauchen neben inhaltlicher Strenge die Offenheit für andere Perspektiven als die eigenen. Und die Vielfalt von Handlungs-Optionen müssen wir nutzen, um eine klare eigene Position zu formulieren und zu verfolgen.
Fortschritt gestalten
Ein weiterer Balanceakt ist der zwischen Kontinuität versus Veränderung bzw. Innovation. Es tut uns als Branche gut, verstärkt(er) außerhalb des Gewohnten sowie der gelebten (und geliebten) Standards zu denken und zu agieren. Wir müssen (mehr) Risikobereitschaft zeigen: Neues wagen und umsetzen – und dabei auch ein Scheitern oder Korrigieren zulassen. Natürlich verlassen wir uns weiterhin auf unsere hohe Professionalität – und ein Teil davon kann und sollte von der Ambition getrieben sein, unsere Forschung und die Erkenntnisse mit Stolz zu vertreten.
Wir sollten die Einzigartigkeit unserer Leistungen, das Außergewöhnliche unserer Erfahrungen und das Wertsteigernde für unsere Kunden und Mitarbeitenden als Exzellenz in der Forschung (er)leben. Wir müssen und wir werden Neues wagen und die Grenzen für den Fortschritt öffnen – dafür können wir uns auf unsere Kompetenz und Erfahrung verlassen; und werden dabei gleichzeitig unseren besonderen Charakter nutzen – für unsere Kunden, für unsere Mitarbeitenden, für unsere Branche.
