Wenn Nachhaltigkeit mit der Realität kollidiert – die drei zentralen Dimensionen der Nachhaltigkeit
Von Inga Havemann
Von Inga HavemannDie Marktforschung spielt eine Schlüsselrolle auf dem Weg zur Nachhaltigkeit. Wie Ben Page, CEO von Ipsos, treffend bemerkt, tragen wir dazu bei, eine bessere Welt zu schaffen, indem wir genaue Daten und Einblicke liefern. Unser Ziel ist es, das Bewusstsein für wichtige Themen wie Klimawandel zu schärfen und Fehlinformationen zu bekämpfen. Wir untersuchen Nachhaltigkeit in drei Dimensionen:
1. „THE WORLD“ – Makro-Ebene: Nachhaltigkeit bleibt nicht die einzige Sorge
Inmitten einer Vielzahl von Krisen muss die Gesellschaft entscheiden, worauf sie ihren Fokus legt. Dabei konkurriert der Klimawandel mit anderen Sorgen wie Inflation, militärische Konflikte und Einwanderung.
2. „MY WORLD“ – Engeres Umfeld: Verantwortung über nehmen
Die Verantwortung zur Lösung der Klimakrise liegt in den Händen von Regierung und Unternehmen – allerdings hinkt hierzulande das Vertrauen in letztere im Vergleich zum globalen Durchschnitt noch hinterher. Die Einstellung der Bevölkerung zu Nachhaltigkeit wiederum lässt sich in verschiedene Segmente einteilen – von „Aktivisten“ bis hin zu „Unengagierten Leugnern“. Das ist eine gute Basis für gezielte Aufklärungsmaßnahmen und Sensibilisierung.
3. „ME“ – Individuelle Ebene: Vom Say-Do-Gap zum Believe-True-Gap
Während einige versuchen, nachhaltig zu leben, indem sie Strom sparen oder Plastik meiden, scheint es eine Diskrepanz zu geben zwischen dem, was wir glauben und was tatsächlich wahr ist (Believe-True-Gap). In Wirklichkeit haben Maßnahmen wie der Verzicht auf das Auto oder eine vegane Ernährung einen größeren Einfluss auf den CO2 Ausstoß. Änderungen im Verhalten, insbesondere beim Einkaufen, sind ein wichtiger Schritt. Wer passt seine Gewohnheiten an und was gilt als „unverzichtbar“? Der finanzielle Spielraum und die Übereinstimmung mit den eigenen Nachhaltigkeitsüberzeugungen spielen dabei eine Rolle. Trotz des Bewusstseins für den Klimawandel zeigen sich Ermüdungserscheinungen und Frustrationen („Climate Antagonism“).
Unternehmen müssen Verantwortung übernehmen, ihre Prozesse verantwortungsvoll steuern und die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen berücksichtigen. Von der globalen Situation bis hin zur individuellen „Me-Agenda“ der Kunden ist ein umfassendes Verständnis und die Anpassung an die aktuelle Lage entscheidend. Ipsos liefert für diese Betrachtungen regelmäßig und weltweit konkrete Daten.

