Persönlichkeit des Jahres 2024: Stephan Grünewald
Von Christian Thunig
Von Christian ThunigWenn ein Marktforscher so viel mediale Präsenz und öffentliche Anerkennung erfährt wie Stephan Grünewald, dann schreit das geradezu nach einer Auszeichnung durch die Branche. Der Mitbegründer des Rheingold Instituts ist laut FAZ nicht weniger als der „Psychologe der Nation“. Ob beim Bundeskanzler oder bei Lanz – er ist präsent. Für den größten Verband der Markt und Sozialforschung kann das nichts anderes heißen als: Stephan Grünewald ist Persönlichkeit des Jahres 2024.
Wenn der Bundeskanzler, wie im vergangenen Jahr geschehen, das Motto Zuversicht ausgibt und man selbst für sich beanspruchen kann, dies Olaf Scholz eingeflüstert zu haben, dann ist man mit Sicherheit im Olymp der Deutungshoheit angekommen. Stephan Grünewald war im März 2023 bei der bedeutsamen Klausurtagung der Ampel auf Schloss Meseberg nicht nur dabei: Nein, er hat auch vor dem Kanzler gesprochen – und gepunktet. Er lieferte die Erkenntnisse, die der Kanzler mit seiner Mannschaft so dringend brauchte. Die Stimmung im Land mit klaren Perspektiven für Chancen.
Nicht erst seit dem Zeitpunkt wird Grünewald gehört. Bereits mit seinem Spiegel-Bestseller „Deutschland auf der Couch“ 2006 analysierte er den Gemütszustand der Menschen und bot Deutungen, die vielen Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Politik wichtige Wegmarkierungen waren.
Seitdem sind noch drei weitere Bücher erschienen. Zuletzt: Wie tickt Deutschland – Psychologie einer aufgewühlten Gesellschaft, 2019. Das war vor der Corona-Pandemie, aber die Analyse hat nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Ganz im Gegenteil, der Marktforscher, von dem die Wochenzeitung die Zeit sagt, er sei der oberste Psychologe des Landes, wurde mehr denn je angefragt. Seine Analyse damals nahezu seherisch: „Deutschland befindet sich in einem aufgewühlten seelischen Zustand. Vielen Menschen geht es zwar gut, und sie erleben ihr Land als Insel des Wohlstands in einer Welt krisenhafter Umbrüche. Dennoch rumort es: Unzufriedenheit, blanke Wut und Hass artikulieren sich nicht nur in den sozialen Netzwerken. Der soziale Zusammenhalt schwindet, radikale Parteien sind auf dem Vormarsch. Immer mehr Bürger haben das Gefühl, dass die Zukunft nur schlimmer werden kann.“ Heute wissen wir: die Pandemie verstärkte die Tendenzen, und rechtes Gedankengut ist weiter auf dem Vormarsch.
Evidenzbasierte Erkenntnisse als Basis
Allerdings ist die „Diagnose“ eben keine Kartenlegerei: Stephan Grünewald hat mit seinem Rheingold Institut tausende psychologischer Tiefeninterviews geführt und ausgewertet und damit ein Psychogramm der Nation erstellt. Mit dieser Expertise ist es nicht verwunderlich, dass er in Folge in den NRW-Expertenrat berufen wurde, den Armin Laschet im April 2020 in der Hochphase der Corona-Pandemie installierte. Dieser sollte in interdisziplinärer Zusammenarbeit einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen, um neben den epidemiologischen Entwicklungen auch die wirtschaftlichen und sozialen Schäden des Lockdowns zu berücksichtigen. Die Folge: Als „Psychologe der Nation“ (FAZ) wird er noch gefragter und ist nun zunehmend bei den TV-Flagschiffen wie Lanz, heute journal oder Mittagsmagazin (ZDF) oder bei Hart aber Fair, ARD-Mittagsmagazin und Tagesthemen (ARD) oder RTL-Nachtjournal vertreten. Aber: Die berühmte Klausursitzung am 6. März 2023 ist weder ein Start noch Schlusspunkt.
Bereits 2010 interviewte Eckhardt von Hirschhausen Stephan Grünewald für den Stern. Das ist übrigens kein Versehen. Kein geringerer als der Arzt der Nation befragte den Marktforscher der Nation. Gemeinsam entschlüsselten sie in dem lesenswerten Dialog die Seelenlage der Deutschen in Sachen Stress, Körperkult und Glück. Seine Medienresonanzanalyse aus den letzten rund 15 Jahren liest sich wie ein Who is Who der jeweils aktuellen Themen: Kaufhaussterben, Ost-West-Verhältnis, Fukushima, Die erschöpfte Gesellschaft, Brexit, Flüchtlingspolitik, Machtpolitikerin Merkel, AfD, Die aufgewühlte Gesellschaft, Corona, Impfen, Kriegsangst und vieles mehr. Und dies bei Die Zeit, Die Welt, FAZ, Focus, Handelsblatt, Wirtschaftswoche, Rheinische Post, Süddeutsche Zeitung, Chrismon, Deutschlandfunk, Deutsche Welle, RTL, Phönix, NDR, SWR, WDR. You name it, he had it.
Intellektueller, Psychologe, Therapeut und Unternehmer
Nicht zuletzt errang Stephan Grünwald bei der durch Bakamo durchgeführten Medien- und Social-Media-Analyse den ersten Platz in der diesjährigen Ausgabe des Jahrbuchs der Marktforschung in der Rubrik Köpfe der Marktforschung. Die Erfolge kommen nicht von ungefähr: Er ist Intellektueller mit einem breiten Wissensspektrum – also das, was Marktforscher idealerweise sein sollten. Geprägt hat ihn während seines Studiums an der Universität Köln Prof. Wilhelm Salber mit seiner psychologischen Morphologie. 1987 gründet er zusammen mit Jens Lönneker ein Institut für qualitative Markt und Wirkungsanalysen, welches 1997 zu Rheingold Institut für qualitative Markt und Medienanalysen umbenannt wird. Der 1960 geborene ist also nicht nur Psychologe, Morphologe und übrigens auch ausgebildeter Therapeut, sondern auch erfolgreicher Unternehmer. Sein Institut ist in der Marktforschungslandschaft nicht wegzudenken. Folgerichtig ist es seit mehreren Jahrzehnten Mitglied des BVM.
Und das sagt die Jury sowie der Vorstand des Berufsverbands der Deutschen Markt und Sozialforschung:
„Stephan Grünewald hat durch seine sehr breite mediale Präsenz dazu beigetragen, den Wert von Marktforschung in Deutschland zu vermitteln. Überdies wird er mit seinen markt forschungsbasierten Themen von führenden Politkern gehört und blickt dazu auf eine lange Reihe von Publikation zurück, die auf Erkenntnissen basieren, die durch Marktforschung generiert wurden.“
Da bleibt nur zu sagen: Herzlichen Glückwunsch, lieber Stephan Grünewald!

