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Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung verstärkt Öffentlichkeitsarbeit 14.11.2018 / Verbandsnews / Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung e.V.

Markt- und Sozialforschung brauchen Vertrauen, sonst können sie nicht funktionieren. Vertrauen brauchen sie bei den Datenlieferanten, den Befragten, aber auch bei denen, die die Ergebnisse verwenden und zur Unterstützung oft weitreichender Entscheidungen nutzen. Redlichkeit und Kompetenz sind die Stichworte, die hier wichtig sind. Was redlich und kompetent ist, das wurde bekanntlich in einem ganzen System von Richtlinien definiert. Werden sie nicht eingehalten, dann ist das schlecht für das Vertrauen und schadet damit letztlich auch den vielen Instituten und den Markt- und Sozialforschern, die sich an die Regeln halten und die zu Recht Vertrauen verdienen.

Um das Vertrauen in die Redlichkeit und die Kompetenz der Branche zu stärken, wurde vor nunmehr 17 Jahren der Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung e.V. ins Leben gerufen. Ähnlich wie andere vergleichbare Institutionen – das bekannteste Beispiel ist der Werberat – funktioniert er als Selbstkontrolleinrichtung der Branche, die gegen gemeldete Regelverstöße vorgeht.

Das funktioniert aber nur, wenn dem Rat Verstöße gegen die Berufsgrundsätze auch gemeldet werden. Und da muss man durchaus selbstkritisch anmerken, dass dies noch ausbaubar ist. Knapp 100 Entscheidungen hat der Rat in den letzten 17 Jahren getroffen, pro Jahr sind das rund sechs Fälle. Das wäre positiv zu werten, wenn es einfach nicht mehr Fälle gäbe, die zu beanstanden sind. Dies ist leider nicht der Fall. Die „Akte Marktforschung“ von Spiegel Online hat gezeigt, dass es durchaus betrügerische Fälle gibt. Diese kamen jedoch nicht vor den Rat. Und auch in Gesprächen mit Markt- und Sozialforschern erfährt man immer wieder von Fällen, in denen miserable Qualität oder gar Betrug abgeliefert wurde, in denen man sich aber dann finanziell geeinigt und als Teil des Deals Stillschweigen vereinbart hat.

In dieser Situation sind zwei Dinge erforderlich: Der Rat muss bekannter werden, seine Ziele, seine Vorgehensweise und vor allem auch, wie man einen Verdachtsfall vor den Rat bringt. Und die Branche muss dafür sensibilisiert werden, dass es wichtig ist, entsprechende Fälle dem Rat zu melden. Wenn der Rat tätig wird, dann trägt dies dazu bei, das Vertrauen in die Branche zu stärken. Der Rat hat in den vergangenen Monaten diese Ziele verfolgt und wird dies weiter tun. Dazu wurde der Kreis der zur Klage Befugten erweitert. Die Website des Rates „www.rat-marktforschung.de“ wurde ansprechender gestaltet, FAQs wurden ergänzt. An einem verbesserten Kommunikationskonzept wird derzeit gearbeitet. Wichtig ist nun, dass aus der Branche die Fälle an den Rat herangetragen werden. Jeder, der mit einem solchen Fall zu tun hat, muss wissen: Wenn die Branche sich selbst kontrolliert und die Fälle aufarbeitet, in denen die Grundsätze der Redlichkeit und der Kompetenz verletzt wurden, dann ist das gut für die Branche und damit für uns alle. Wenn die Presse das tut, dann eher nicht.

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