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16. Weinheimer Gespräch der Markt- und Sozialforschungsverbände ADM, ASI, BVM und DGOF 09.02.2021 / Branchennews

Am 5. Februar 2021 fand – in diesem Jahr auf Einladung des ADM Arbeitskreises Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e. V. – das 16. „Weinheimer Gespräch“ mit Vertreterinnen und Vertretern der Verbände Arbeitsgemeinschaft Sozialwissenschaftlicher Institute e. V. (ASI), BVM Berufsverband Deutscher Markt- und Sozialforscher e. V. und Deutsche Gesellschaft für Online-Forschung – DGOF e. V statt.

Im Mittelpunkt der Onlinekonferenz standen die wirtschaftliche Lage der Branche in Zeiten von Corona, die Fragen der Qualitätssicherung sowie der Selbstregulierung, die politische Interessenvertretung und die Zusammenarbeit auf internationaler Ebene.

Ausgiebig wurde über die aktuelle Situation der Branche diskutiert. So informierte der ADM über die Lage der ADM-Institute, die mittels Befragungen im vergangenen Jahr und im Januar 2021 ermittelt wurde. Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Hygienemaßnahmen bleibt die Lage zwar angespannt, doch gibt es auch Anlass zu Zuversicht. Vor dem Hintergrund der ersten Halbjahres 2020 bezeichneten knapp 70 Prozent der ADM-Institute die Auftragslage für die zweite Jahreshälfte 2020 als sehr gut oder gut. Bei der Umsatzentwicklung für 2021 gehen gut 50 Prozent der Institute von einem ähnlichen Niveau wie 2020, also von keiner nennenswerten wirtschaftlichen Erholung aus, je ein Viertel rechnet mit einem Anstieg bzw. einer Verminderung des Umsatzes.

Die Qualität von Studien gehört zu den Grundpfeilern der Branche und hat deshalb auch in schwierigen Zeiten höchste Relevanz. Vor allem für Face-to-Face-Methoden stellte sich unter Pandemiebedingungen die Frage der Durchführbarkeit. Dazu gab es ermutigende Berichte aus dem Feld. Diskutiert wurden die Nutzung digitaler Möglichkeiten beim Einsatz von Interviewerinnen und Interviewern sowie eine mögliche Nutzung von Mixed-Mode-Verfahren zur Sicherstellung der Qualität der Studienergebnisse.

Auch die Förderung und Bewerbung des Ausbildungsberufs des Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung war wieder zentrales Thema der Gespräche. Unter dem Titel „Future for FAMS“ wird es in den nächsten Wochen und Monaten eine Kommunikationskampagne geben. Hierin kommen aktuelle FAMS, FAMS der ersten Stunde, aber auch Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen zu Wort und berichten über ihre Erfahrungen. Um die Leistungen der Auszubildenden zu honorieren, wird 2021 erneut der BEST OF FAMS-Preis verliehen. Ziel des Wettbewerbs ist es, Auszubildenden eine Plattform zu geben, auf der sie ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen können. Die Bekanntgabe erfolgt Ende Februar 2021, die Preisverleihung im Rahmen des BVM-Kongresses im Juni.

Darüber hinaus wollen sich die Verbände verstärkt auf internationaler Ebene engagieren. Im Vorfeld der anstehenden Wahl zum ESOMAR Council sollen Gespräche mit Bewerberinnen und Bewerbern geführt werden, um unsere Anliegen im Bereich Qualität der Forschung und Berufsethik zu verdeutlichen. Dazu gehören insbesondere die Wissenschaftlichkeit der Markt- und Sozialforschung sowie das strikte Trennungsgebot.

Seit 2005 treffen sich die Spitzenvertreterinnen und -vertreter der deutschen Marktforschungs- und Sozialforschungsverbände ADM, ASI, BVM und DGOF einmal jährlich zum sogenannten „Weinheimer Gespräch“ – in Anlehnung an das erste Treffen 1991 in Weinheim. Das „Weinheimer Gespräch“ ist ein Arbeits- und Diskussionsforum, um sich über aktuelle Branchenthemen auszutauschen.

Das nächste Weinheimer Gespräch findet am 11. Februar 2022 auf Einladung des BVM statt.

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