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Big Data und Verhaltensdaten - Datenquellen erschließen und Insights schaffen / online

Die BVM-Fachtagung „Big Data und Verhaltensdaten– Datenquellen erschließen und Insights schaffen“ am 25. November wird die Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle untersuchen und handlungsrelevant reflektieren.

Verhaltensdaten spielen für Marketing und Marktforschung eine immer größere Rolle. Ob Einkaufen, Mobilität, Medienkonsum oder Suchverhalten – alle diese Daten sind für das Marketing relevant und können Primärmarktforschungsdaten bereichern oder sogar ersetzen. Der Marktforscher als Data Scientist ist damit in vielen Bereichen bereits Realität und die Erwartungen an „Big-Data-Analytics“ sind hoch.

Doch wie sieht die Arbeit mit Verhaltensdaten ganz konkret aus? Welche Möglichkeiten gibt es, die vielfältigen Daten aus sozialen Netzwerken, Messengerdiensten, Navigationsapps, Trainings- und Fitnessapps, aber auch Rabatt- und Clubkarten zu nutzen, nicht zu vergessen die Massendaten, die bei der Nutzung von Geräten oder beim Autofahren anfallen? Welche inhaltlichen, technischen und welche organisatorischen Hürden müssen dabei genommen werden? Und die Schlüsselfrage ist immer wieder, wie die Marktforschung überhaupt an geeignete Daten herankommt?

Die BVM-Fachtagung wird die bestehende Datenlandschaft in den Blick nehmen und aufzeigen, wie Big Data und Verhaltensdaten erschlossen und in den marktforschungsprozess eingebunden werden können:

  • allgemein zugängliche Datenquellen, z. B. von öffentlichen Organisationen oder Körperschaften
  • kommerzielle Anbieter von Verhaltens- und Transaktionsdaten,
  • Web-Scraping und digitale Tracking-Lösungen,
  • Interne Datenbestände z.B. aus CRM- / ERP-Systemen
  • Marketing- und Marktforschungsfragestellungen, die mit Verhaltensdaten bearbeitet werden können,
  • Wissen, Fertigkeiten und Voraussetzungen, um mit Verhaltensdaten produktiv arbeiten zu können,
  • Anwendungsfälle und Praxisberichte.

Die Fachtagung  wird die Möglichkeiten für neue Anwendungen und Geschäftsmodelle untersuchen und handlungsrelevant reflektieren. Sie richtet sich an alle Interessierten aus Marktforschung, Marketing, IT und Data Science, die an der Zukunft der Marktforschung und den sich bietenden Chancen teilhaben wollen.   

Methoden

Programm

Termin: Mittwoch, 25.11.2020
Uhrzeit: 14:00 - 18:30 Uhr
Online-Videokonferenz: Skype for Business / MS Teams / Zoom

14.00 - 14.10 Uhr        
Begrüßung und Moderation: 
Dr. Thomas Rodenhausen, Harris Interactive AG
Prof. Dr. Henning Schröder, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hof

14:10 – 14:45 Uhr        
Fantastic Data and Where to Find Them in Your Company.
Organisatorische Herausforderungen der Datenanalyse in großen Unternehmen.

Sonja Strohal und Dr. Wibke Michalk, BMW Motorrad

14:45 – 14:55 Uhr
Fragen & Antworten

14:55 – 15:30 Uhr        
Floating Car Data: digitale Verkehrs- und Baustelleninformationen – die Verkehrslage des ADAC
Susanne Hessel, ADAC Service GmbH

15:30 – 15:40 Uhr
Fragen & Antworten

15:40 – 16:15 Uhr        
Neue digitale Daten und Methoden in der amtlichen Statistik
Prof. Dr. Markus Zwick, Statistisches Bundesamt

16:15 – 16:25 Uhr
Fragen & Antworten

16:25 – 16:40 Uhr
Kaffeepause

16:40 – 17:15 Uhr        
Daten aus dem Internet effizient mit R für die Marktforschung nutzen
Michael Stanko, Stanko & Partner GmbH

17:15 – 17:25 Uhr
Fragen & Antworten

17:25 – 18:00 Uhr        
"Ok Google - What's in it for Me?" – Google-Daten, Tools und Services für Jedermann
Daniel Meyer, Google Germany GmbH

18:00 – 18:10 Uhr
Fragen & Antworten

18:10 – 18:30 Uhr        
Wrap-up/Q&Q
Moderation: Dr. Thomas Rodenhausen und Prof. Dr. Henning Schröder

Programmänderungen vorbehalten. Stand: 20.10.2020

Abstracts

Fantastic Data And Where to Find Them In Your Company
Organisatorische Herausforderungen der Datenanalyse in großen Unternehmen
Sonja Strohal & Dr. Wibke Michalk, BMW Motorrad

„Big Data“ und „Data Analytics“ haben sich in den letzten Jahren zu häufig verwendeten Begriffen entwickelt und werden in vielen Unternehmen immer wichtiger. Aus Daten soll Wertschöpfung erzielt werden: Zum einen sollen unternehmensinterne Entscheidungen auf Datenbasis hergeleitet werden, zum anderen auf Daten basierende Geschäftsmodelle entwickelt werden. Diese Anforderungen bringen im Unternehmen neue Herausforderungen mit sich, die Qualifikationen, Kultur, Arbeitsweisen usw. betreffen.

Wir beschäftigen uns nun in erster Linie damit, zu welchen Herausforderungen es speziell in großen Unternehmen kommt, zum Beispiel:

  • Existenz extrem vieler, verschiedener Datenquellen zu unterschiedlichsten Themen
  • Unklarheit darüber, wo diese Daten liegen und wie man Zugriff darauf erhält
  • Unklarheit darüber, welche Abteilungen und welche Personen mit welchen Daten arbeiten und wer für diese Daten verantwortlich ist
  • Notwendigkeit neuer Organisationsstrukturen

Zusätzlich dazu werden wir Einblicke in die größten Herausforderungen von Big Data in großen Unternehmen geben.

Floating Car Data: digitale Verkehrs- und Baustelleninformationen – die Verkehrslage des ADAC
Susanne Hessel, ADAC Service GmbH

Als größter Automobilclub Europas beschäftigt sich der ADAC intensiv mit der Sammlung und Analyse von Verkehrsdaten in Deutschland und dem benachbarten Ausland und generiert hochwertige Inforationen in Echtzeit und hoher Detailtiefe. Für die Verkehrsdaten greifen wir auf eine Vielzahl unterschiedlicher Quellen zurück. Mit einer Kombination aus behördlichen Meldungen, Online-Plattformen und der hauseigenen Floating-Car-Data wird eine lückenlose und umfangreiche Datenlage gewährleistet. Ergänzend zur Verkehrslage werden im hauseigenen System außerdem die Baustelleninformationen für Autobahnen, Bundesstraßen und für mehr als 15 der größten deutschen Städte verarbeitet. Neben Echtzeitinformationen verfügt der ADAC über historische Daten für mehrere Jahre – gespeist aus unseren Systemen. Die historischen und aktuellen Daten können ausgewertet und zu Analysen und Prognosen verarbeitet werden.

Neue digitale Daten und Methoden in der amtlichen Statistik
Prof. Dr. Markus Zwick, Statistisches Bundesamt

Mit der Digitalisierung haben sich vielfältige Verfahrensweisen in Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig verändert und dieser Prozess ist bei weitem noch nicht abgeschlossen. Die amtliche Statistik mit ihrer Aufgabe ökonomische, ökologische sowie soziale Zusammenhänge qualitativ hochwertig und unabhängig in adäquater Form abzubilden, ist von dieser digitalen ‚Revolution‘ in unterschiedlicher Weise berührt. Zum einen sind wirtschaftliche und gesellschaftliche Interaktionen nicht mehr in gleicher Form beobachtbar. Blockchain, Plattformökonomie oder die sinkende Auskunftsbereitschaft der Haushalte sind hier Stichworte. Auf der anderen Seite stehen vielfältige neue digitale Daten und Methoden als zusätzliche Informationsquellen zur Verfügung, die aber auch in einer neuen Konkurrenz zur amtlichen Statistik von anderen Informationsproduzenten genutzt werden. Der Vortrag wird diese neuen Rahmenbedingen der amtlichen Statistik diskutieren und verschiedene Projekte vorstellen, so z.B. zur Nutzung von Mobilfunk- und Satellitendaten. Im Bereich der Methoden werden Projekte zur Digitalisierung von Fragebogen in Kombination mit Sensordaten (Smart Surveys) sowie zum maschinellen Lernen, die in nationaler und internationaler Zusammenarbeit durchgeführt werden, vorgestellt.

Daten aus dem Internet effizient mit R für die Marktforschung nutzen
Michael Stanko, Stanko & Partner GmbH

Die Menge frei zugänglicher Daten im Internet wächst ungebrochen. Ihre effiziente Nutzung im Marketingalltag erweist sich jedoch vielfach als Herausforderung. Jenseits von „copy & paste“ gilt es, die Datenschätze im Netz strukturiert zu heben und in vollständige Workflows zu überführen. Dazu bietet die Open-Source-Entwicklungsumgebung R umfangreiche Tools.

Drei wichtige Web-Datenbereiche werden angesprochen:

  1. Strukturierte, tabellarische Daten. Bereitgestellt von statistischen Ämtern, Behörden, aber auch nicht-staatlichen Organisationen. National und international.
  2. Qualitativ hochwertige freie Geodaten, die sich über transparente Schnittstellen nutzen lassen
  3. Unstrukturierte Daten, Texte und Bilder, wie sie auf Online-Marktplätzen und in Bewertungsportalen oder Social Media auftreten.

Anhand ausgewählter Beispiele je Themenkomplex werden der Prozessablauf in R vom Datenzugriff über das Pre-Processing, die Anwendung statistischer Methoden bis hin zur Nutzung von Machine Learning, Visualisierung und interaktiver Präsentation erläutert.

Ok Google - what's in it for me?" – Google-Daten, Tools und Services für Jedermann
Daniel Meyer, Director Market Insights Google

Viele Deutsche nutzen Produkte und Anwendungen von Google, wie zum Beispiel die Google-Suchmaschine, Google Maps, das mobile Betriebssystem Android, den Browser Chrome, YouTube, Nest Smart Speaker, das Smartphone Pixel, ein Chromebook usw. Die bei der Nutzung anfallenden Daten wecken aufgrund ihres Umfangs Begehrlichkeiten – man spricht teilweise von einem “Datenschatz”, auf dem Google sitzt. Auch unter Marktforschern gibt es hohes Interesse, da man sich von den Daten bzw. einer Verknüpfung mit Google-Daten neue Erkenntnisse über das Verhalten von Konsumenten verspricht. Immer wieder kommt daher die Frage auf, ob Google Teile seiner Daten zur Verfügung stellt oder an einer Partnerschaft bzw. gemeinsamen Forschungsprojekten interessiert sei. Dieser Vortrag versucht einen Überblick über Daten, Tools und Services von Google zu geben und einzelne Anwendungen anhand von Beispielen kurz zu erläutern.

Modalitäten

Nach Eingang Ihrer Anmeldung erhalten Sie eine Anmeldebestätigung und Ihre Rechnung. Die Teilnahmegebühr ist vor Tagungsbeginn fällig und sofort nach Rechnungserhalt zu überweisen. Bei Stornierung der Teilnahme 4 Wochen vor Veranstaltungstermin, ebenso bei Nichterscheinen des Teilnehmers, auch im Falle höherer Gewalt, ist die volle Teilnahmegebühr fällig. Die Vertretung eines Teilnehmers durch eine Ersatzperson ist bis zum Beginn der Veranstaltung möglich. Ermäßigte Kostenbeiträge werden Ersatzteilnehmern/Ersatzteilnehmerinnen nur bei bestehender BVM-Mitgliedschaft gewährt. Der Veranstalter behält sich eine Absage der Veranstaltung bis 10 Tage vor Beginn der Tagung vor. Programmänderungen bleiben vorbehalten. Der Veranstalter übernimmt keine Haftung bei Personen oder Sachschäden. Gerichtsstand ist Berlin.

Veranstaltung im Überblick

Schulungszeiten:25.11.2020: 14:00 Uhr - 18:30 Uhr
Veranstaltungsort: online
Verfügbarkeit: freie Plätze verfügbar
Gebühren:350,00 € (für Mitglieder)
450,00 € (für Nicht-Mitglieder)

Referent(en)

Dipl.-Ing.

Dipl.-Ing. Susanne Hessel

Susanne Hessel verantwortet die Entwicklung der technischen Systeme im Bereich Verkehrsdaten in der ADAC Service GmbH, einem Unternehmen der ADAC Gruppe. Ihr Aufgabengebiet umfasst unter anderem die…

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Daniel Meyer

Daniel Meyer ist seit rund 20 Jahren in verschiedenen Positionen als Marktforscher in der Internetbranche tätig. Als Director Market Insights Google ist er aktuell für Central Europe und Emerging…

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Dr.

Dr. Wibke Michalk

Dr. Wibke Michalk arbeitet in einer strategischen Funktion bei BMW Motorrad. Zuvor war sie bei BMW im Bereich Mobilitätstechnologien tätig und hat in verschiedenen Forschungsprojekten…

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Dr.

Dr. Thomas Rodenhausen

Dr. Thomas Rodenhausen ist Vorstand der Harris Interactive AG in Hamburg, die führende global operierende b2b- und b2c-Unternehmen zu ihren Kunden zählt. Er hat bereits zur Anfangszeit der…

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Prof. Dr.

Prof. Dr. Henning Schröder

Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hof, Mitglied des BVM-Fachbeirats

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Michael Stanko

Michael Stanko studierte in Frankfurt/Main und Hamburg Philosophie und Sozialwissenschaften. Seit 1991 selbständig als geschäftsführender Gesellschafter der Stanko & Partner GmbH mit dem Branchenfokus…

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Sonja Strohal

Sonja Strohal ist in strategischer Funktion bei BMW Motorrad verantwortlich für die internationale Marktforschung. Mit dem Ziel, aktuelle und zukünftige Kundenerwartungen besser zu verstehen,…

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Prof.

Prof. Markus Zwick

Prof. Dr. Markus Zwick leitet im Institut für Forschung und Entwicklung in der Bundesstatistik das Referat Forschungsstrategie und Wissenschaftskooperationen. Arbeitsschwerpunkt ist derzeit die…

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