| | Unter den gegebenen Bedingungen, unter denen Konsumenten heutzutage Medien und Werbung rezipieren und Kaufentscheidungen treffen, ist die Analyse impliziter Prozesse nicht „nice to have“, sondern geboten, um den relevanten Faktoren der Werbewirkung und den Treibern des Kaufverhaltens auf den Grund zu gehen. Während klassische Verfahren die direkten Befragtenantworten analysieren, machen implizite Verfahren den Prozess des Antwortens, also etwa die Antwortgeschwindigkeit oder Antwortgenauigkeit, zum Ausgangspunkt der Analyse. Aus solchen Verhaltensdaten wird auf implizite Dispositionen, Präferenzen, Kommunikationseffekte, Markeneffekte und Einstellungen der Zielgruppe geschlossen. Das den Paradigmen zugrunde liegende theoretische Konzept des Impliziten ergänzt und beerbt dabei das Konzept des Unbewussten. Beim Impliziten geht es weniger um die Frage, ob nun etwas bewusst oder unbewusst ist, sondern vielmehr um die Frage nach der qualitativen Natur der zugrunde liegenden Gedächtnisprozesse.
Die Fachtung am 6.10.2009 hat die Möglichkeit geboten, eine in Deutschland noch sehr neue Methodik kennen zu lernen. Die Fachtagung beleuchtete den Einsatz von impliziten Methoden, u.a. in den Bereichen Werbewirkung, Marken Tracking und Usability. Basiskonzepte wie Priming, Go-NoGo, Reaktionszeitmessung und Satzergänzung wurden vorgestellt. Zusätzlich wurde die Validität anhand von „Case-Studies“ die Anwendung impliziter Methoden diskutiert. Es wurde die Frage der mehrwertorientierten Verknüpfung von expliziten und impliziten Messansätzen für praktische Marktforschungsfragen aufgegriffen sowie praktische Maße des Impliziten diskutiert.
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