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| 6. Wie findet man das richtige Marktforschungsinstitut? |  | Was für eine Person die Auswahl des richtigen Arztes ist, das kann für ein Unternehmen die Zusammenarbeit mit dem passenden Marktforschungsinstitut sein.
Die letztere Aussage trifft umso mehr zu, wenn es um die grenzüberschreitende Marktforschung geht. Wie man auch die organisatorische Abwicklung gestaltet (unmittelbarer Kontakt mit einem ausländischen Marktforschungsinstitut oder Zusammenarbeit mit einem inländischen Institut, das über die entsprechenden Auslandskontakte verfügt) immer kommt es darauf an, ein vertrauenswürdiges Institut zu finden.
Drei Wege bieten sich an, zu verlässlichen Marktforschungspartnern im Ausland oder überhaupt zu gelangen:
1. Geht man den Weg der direkten Zusammenarbeit mit einem Auslandsinstitut, dann sollte man anhand einer Checkliste prüfen, inwieweit die Voraussetzungen für eine gedeihliche Zusammenarbeit gegeben sind. Einige der wichtigsten Qualitätsmerkmale sollen zusätzlich erläutert werden:
Bekanntheit und Gründungszeitpunkt eines Institutes sind sicherlich allein noch
kein Maßstab für seine Leistungsfähigkeit. Hat es sich aber seit längerer Zeit
erfolgreich auf dem Markt behauptet, dann spricht viel für die Qualität seiner Arbeit.
Die Rechtsform eines Institutes und seine Mitgliedschaft in Verbänden und inter-
nationalen Marktforschungsketten sagt vieles über seine Bonität und die
Einhaltung bestimmter Standards aus, z.B. was die Vertraulichkeit bei der
Zusammenarbeit angeht.
Eine große Bedeutung hat in der Marktforschung die fachliche Qualität der
Institutsmitarbeiter. Sie läßt sich ermessen an Lehraufträgen an Universitäten und
Fachhochschulen, an Veröffentlichungen und an der Referententätigkeit.
Außer Acht gelassen werden kann nicht der technische Standard (CATI =
Computer Assisted Telefon Interviews, CAPI = Computer Assisted Personal
Interviews Call Center, EDV-Anlage, Studio, eigener Interviewerstamm usw.),
weil er dafür garantiert, daß die Aufträge zügig und methodisch vielfältig erledigt
werden können.
Weil die Zeit der standardisierten Durchforschung der Märkte vorbei ist, und branchen-
und zielgruppenspezifische Informationen immer mehr gefragt sind, können spezielle
Branchenkenntnisse ein Zeichen für Fachorientierung sein.
Alles in allem kann man sagen, daß die deutsche Institutslandschaft bislang vor sog. „schwarzen Schafen“ verschont geblieben ist.
2. Eine andere Situation ist gegeben, wenn man sich eines inländischen Instituts zum Zwecke der Auslandsmarktforschung bedient. Die meisten größeren deutschen Institute sind Mitglieder abhängiger und unabhängiger Ketten. Diese Mitgliedschaften sind aus dem bereits zitierten BVM Handbuch der Marktforschungsinstitute 2007/2008 ersichtlich.
Diese Art des Vorgehens hat folgende Vorteile:
nur ein Gesprächspartner
geringe Kommunikationsverluste
keine Sprachschwierigkeiten
gleiche Umfragemethoden
vergleichbare Ergebnisse durch demographische Standards
gleicher Befragunszeitraum
gleichzeitiges Vorliegen der Ergebnisse
Kostenersparnis
klare Rechtsverhältnisse
Auswertung und Nutzung vorhandener Erfahrungen
3. Die dritte Möglichkeit der Qualitätsabsicherung und der Vertrauenswürdigkeit von Umfragen in Deutschland ist die Einholung entsprechender Auskünfte bei folgenden Institutionen:
Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V. (ADM)
Langer Weg 18
60489 Frankfurt am Main
Tel. 069/97 84 31 36
Fax 069/97 84 31 37
E-Mail: office@adm-ev.de
Internet: www.adm-ev.de
Mitglieder dieses Arbeitskreises können nur werden, die eine mehrjährige ununter-
brochene Arbeit des Institutes auf dem Gebiet der Markt-, Meinungs- und
Sozialforschung haben und mindestens über fünf feste Angestellte (ohne Interviewer),
darunter mindestens eine Person mit abgeschlossener Hochschulbildung verfügen.
Berufsverband deutscher Markt- und Sozialforscher e.V. (BVM)
Breite Str. 24
13187 Berlin
Tel. 030/499 074 27
Fax 030/499 074 21
E-Mail: bgeisendorf@ bvm.org
Internet: http:www.bvm.org
Die Qualifizierung der Mitglieder des BVM ist in zweierlei Hinsicht durch die
Vereinssatzung gesichert:
- Es gibt eine Berufsrolle, in die solche persönlichen Mitglieder des BVM eingetragen
werden, die dem Aufnahmekollegium glaubhaft dargelegt haben, daß sie mindestens
eine dreijährige (bei Hochschulabgängern reduziert sich diese Frist auf zwei Jahre)
Berufserfahrung auf dem Gebiet der Markt- und/oder Sozialforschung nachweisen
können.
- Der Bundesvorstand kann Mitglieder aus dem BVM bei Schädigung des Ansehens
oder der Interessen des BVM ausschließen. Da die meisten Institute entweder
Mitglieder des ADM oder BVM sind - sei es persönlich oder als Institut - ist auf
breiter Basis die Genauigkeit, die Güte, die Qualität und die Vertrauens-
würdigkeit der Arbeit der deutschen Marktforschungsinstitute sichergestellt.
In Deutschland gibt es keinen anerkannten oder bekannten Schutz- oder Interessenverband für die Auftraggeber von Marktforschung.
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