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1. Die allgemeine Entwicklung des Marktforschungsmarktes in Deutschland
Der Marktforschungsmarkt in Deutschland ist 2006 wieder gewachsen, nachdem er 2004 Umsatzverluste von 6.4% hinnehmen musste. Die Wende zum Positiven zeigte sich bereits 2005 und setzte sich in 2006 fort.

Der ADM (Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V.), dessen Mitglieder an die 91% des Gesamtumsatzes erzielen, melden 2006 gegenüber 2004 eine Steigerung des Umsatzes von 36%. Entsprechend hat sich insgesamt auch die Zahl der Institute und Mitarbeiter vermehrt.

Die Entwicklung der Marktforschung bezogen auf die ADM-Zahlen in Deutschland während der Zeit von 1998 bis 2006 sah folgendermaßen aus:

Tabelle: Entwicklung der Marktforschung in Deutschland 1998 – 2006
(Quelle: www.adm-ev.de)

 
Jahr
Anzahl der Institute
Festangestellte Mitarbeiter
Umsatz in Mio.
Umsatzsteigerung
in %
 
 
1998
205
9.126
2.334 DM
+ 14,9 %
 
 
1999
218
9.929
2.581 DM
+ 10,6 %
 
 
2000
251
10.857
2.745 DM
+   6,4 %
 
 
2002
202
11.367
1.584 €
+   4.1 %
 
 
2003
196
10.959
1.555 €
-   1.8 %
 
 
2004
183
10.255
1.455 €
-   6.4 %
 
 
2005
194
12.733
1.758 €
+ 20.8 %
 
 
2006
176
13.283
1.989 €
+ 13.1 %
 

Wenn einer beachtlichen Umsatzsteigerung eine wesentlich geringere Erhöhung der Mitarbeiterzahlen gegenüber steht, dann beruht dies zu einem größeren Teil auf Übernahmen und einer Mehrbelastung der Mitarbeiter. Auch ist zu berücksichtigen, dass die Umsatz- und Mitarbeiterzahlen in den einzelnen Jahren maßgeblich von der Zahl der auskunftswilligen Institute bestimmt werden.

Von den im Jahre 2006 erzielten 1.989 € Mill. Umsatz entfielen 42% (1997 = 69%) auf die Inlands- und 58% (1997 = 31%) auf die Auslandsmarktforschung. Der für diese Veränderung verantwortliche Faktor ist die wachsende Internationalisierung/Globalisierung der Markt- und Meinungsforschung.

Wichtigster Auftraggeber der Marktforschungsinstitute in Deutschland ist weiterhin mit 58% die Konsumgüterindustrie gefolgt von der Pharmaindustrie mit einem Umsatzanteil von 14%, wie die nachfolgende Trendtabelle aufzeigt.

Tabelle: Umsatzaufteilung 2000/2006 nach Auftraggebern
(Quelle: www.adm-ev.de)

Auftraggeber
Umsatz-
Aufteilung
2000
Umsatz-
Aufteilung

2005
Umsatz-
Aufteilung
2006
 
Konsum- und Gebrauchsgüterindustrie
51 %
57 %
58 %
 
Medien und Verlage
14 %
10 %
9 %
 
Pharmaindustrie
4 %
12 %
14 %
 
Sonstige Auftraggeber (Verbände, Dienstleister, Behörden usw.)
31 %
21 %
19 %
 
Insgesamt
100 %
100 %
100 %
 

Im Bezug auf die Erhebungsmethode lässt sich ein Trend zu Online-Befragungen beobachten. Während telefonische Befragungen auf einem konstanten Niveau bleiben geht der Anteil an schriftlichen Befragungen zurück.

Tabelle: Entwicklung der Erhebungsarten 2000/2006
(Quelle: www.adm-ev.de)

 
Erhebungsform
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
 
 
Persönl. Interviews
34%
39%
33%
28%
31%
24%
25%
 
 
paper & pencil
25%
31%
24%
21%
24%
18%
16%
 
 
Laptop/ Pentop
9%
8%
9%
7%
7%
6%
9%
 
 
Telefoninterviews
41%
29%
41%
43%
44%
45%
46%
 
 
Schriftl. Interviews
22%
28%
21%
19%
9%
9%
8%
 
 
Online-Interviews
3%
4%
5%
10%
16%
22%
21%
 

Auch die Anzahl der privaten Forschungsinstitute, Feldorganisationen, Marktforschungs-berater und Studios hat sich von Jahr zu Jahr erhöht. Die Top-Ten-Liste der deutschen Marktforschungsinstitute sieht gegenwärtig folgendermaßen aus:

Tabelle: Die zehn größten deutschen Marktforschungsinstitute
(Quelle: context 02/2007)

 
Nr.
Institutsname
Umsatz 2006 in Mio €
 
 
1.
GfK Gruppe Nürnberg
1100,0
 
 
2.
TNS Infratest, München
195,0 (Gruppenumsatz)
 
 
3.
AC Nielsen, Frankfurt
78,7
 
 
4.
Ipsos/Inra, Deutschland
47,0
 
 
5.
Research International, Hamburg
30,0
 
 
6.
Synovate Deutschland
24,0
 
 
7.
Psyma Group, Rückersdorf
22,1
 
 
8.
Maritz Research, Hamburg
20,2
 
 
9.
Leyhausen & Partner
15,8
 
 
10.
Psychonomics Köln
13,7
 

Insbesondere gewinnt die Marktforschung in der Pharmaindustrie ständig an Bedeutung, weil Gesundheitsfragen wegen der sich verändernden Alterspyramide ständig wachsen.

Verkannt werden sollte aber nicht, dass die Umsatzanteile der Meinungs- und Sozialforschung gegenüber der Marktforschung verschwindend gering sein dürften. D.h. die Marktforschung dominiert eindeutig bei Umsatz und Beschäftigten.

Im Zuge der Definition des Ausbildungsberufs „Fachangestellter für Markt- und Sozialforschung“ wurden Inhalte definiert, die relativ klar die Qualifikationsanforderungen an Markt- und Sozialforscher sowie deren Tätigkeiten beschreiben.

Da weiter Markt-, Meinungs- und Sozialforschung Dienstleistungen sind, die ausschließlich nach anerkannten wissenschaftlichen Regeln durchgeführt werden, und aufgrund der Komplexität des Forschungsprozesses Auftraggeber die Qualität der ihnen erwiesenen Leistungen nicht immer vollständig beurteilen können, muß die fachliche Kompetenz des die Untersuchung durchführenden Institutes sicher gestellt sein.

Insbesondere der „Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V.“ (ADM) und der „Berufsverband Deutscher Markt- und Sozialforscher e.V.“ (BVM) sind darum bemüht, Qualitätsstandards zu definieren und weiterzuentwickeln.

Geregelt werden dabei folgende Bereiche: Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber, Konzeptionelle Studienbegleitung/Studienleitung, Datenerhebung, Datenverarbeitung und Beratung des Auftraggebers.

Gegenwärtig existieren dazu die Standards zur Qualitätssicherung in der Markt- und Sozialforschung sowie die darauf basierende DIN/ISO-Norm 20252 (siehe www.bvm.org unter Standesregeln).


 
 
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